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Gemeinsame Ausgangslage der Interkommunalen Kooperation

Rüsselsheim, Raunheim und Kelsterbach arbeiten aufgrund der einander ähnelnden Probleme, Fragestellungen und der Lage am Main in einer interkommunalen Kooperation zusammen. Die auffälligste Gemeinsamkeit ist der Main als verbindender Wasserweg, der als wichtiger Landschaftsraum ein großes Erholungs- und verbindendes Identifikationspotenzial birgt. Neben der geographischen Verbundenheit ist somit auch eine emotionale Verbundenheit gegeben, die auch im Logo „Drei gewinnt“ des „Stadtumbaus Rüsselsheim, Raunheim, Kelsterbach“ als klar erkennbares Symbol aufgenommen wurde.

Die drei Kommunen setzen sich mit ähnlichen Fragestellungen auseinander. So liegen sie teilweise oder vollständig in der Einflugschneise des Rhein-Main-Flughafens. Das Verhältnis der Bürger und Kommunen zum Flughafen ist ambivalent, bietet er doch gleichermaßen Vor- wie Nachteile. Dabei ist Raunheim von einer vollständigen Siedlungsbeschränkung betroffen, innerhalb derer das Ausweisen neuer Wohn- und Gewerbeflächen nicht mehr möglich ist. Eine Steigerung der Einwohnerzahl in Raunheim kann daher nur über die Nachverdichtung oder die Umwidmung von Flächen erfolgen. Ebenso sind alle drei Kommunen über die B 43 und die Schienentrasse Mainz-Frankfurt miteinander verbunden, die als problematische Emissionsquelle und innerstädtische Zäsur die Stadträume prägt. Weiterhin finden sich in den drei Kommunen Schwächen hinsichtlich sozialer Strukturen.

Der Main ist das zentrale, verbindende Element zwischen den Städten und bietet mit seinen Uferbereichen eine Vielzahl an Naherholungsmöglichkeiten. Dazu zählen Fuß- und Radwanderwege, Aussichtsplätze, Spielplätze und Wassersportmöglichkeiten. Ein entsprechendes Angebot existiert bereits in Ansätzen, wie beispielsweise die Regionalparkroute (Radwanderwege), Sitzgelegenheiten oder Anlegestellen für Ruderer. Dieses Beispiel zeigt das Potenzial auf, das es vollständig zu erschließen gilt. Aktuell ist eine durchgehende Befahrung des Mainufers aufgrund von industriellen Anlagen nicht möglich. Entsprechend sind zahlreiche Projekte entlang des Mains angedacht, die den Main durchgängig erlebbar machen sollen und besonders Lücken innerhalb der Wegeführung, wie beispielsweise die Ölhafenbrücke oder den Opel-Steg, schließen. Der Landschaftsraum wurde bereits als Naherholungsgebiet durch die Regionalpark Südwest GmbH in das Fuß- und Fahrradwegesystem des Rhein-Main-Gebiets aufgenommen.

Neben dem zentralen Thema „Fluss“ spielt auch das Thema der Kommunikation eine wichtige Rolle. Ein Mangel an öffentlichen Räumen kann durch den Ausbau der Naherholungsmöglichkeiten des Mains erschlossen werden. Doch fehlt es an Freiräumen innerhalb der Städte, woraus sich weitere wichtige Projekte für Rüsselsheim, Raunheim und Kelsterbach ergeben. In Rüsselsheim wird ein innerstädtischer Platz umgestaltet, der bisher nur wenig von den Anwohnern angenommen wird. Diese Maßnahme schafft gemeinsam mit weiteren Projekten im Mainvorland öffentliche Freiräume, die den Stadtraum für den Bürger wieder erlebbar machen. In Raunheim stand neben dem Mainufer ein sanierungsbedürftiges Fachwerkhaus im Fokus. Dieses Fachwerkhaus wurde saniert und der umgebene Platz neu gestaltet. Die Nachnutzung des Gebäudes sieht nun eine multifunktionale, generationenübergreifende Gemeinbedarfseinrichtung vor, die vor allem die Bereitstellung eines Mittagstisches sowie Beratungs- und Treffpunktfunktionen für Senioren vorsieht. In Kelsterbach wird das ehemalige ENKA-Gelände nachgenutzt. Ein Teilprojekt der Umgestaltung beinhaltet die Schaffung einer öffentlichen Parkfläche (Graf-de-Chardonnet-Platz).

Allen Projekten gemein sind vorausgehende städtebauliche Schwächen, die sich an spezifischen Orten der Maßnahmen konzentrieren. Der Umgang mit lokalen Defiziten der einzelnen Kommunen bildet jedoch nur einen Teil des städtebaulichen Förderprogramms ab. Ein Großteil der Maßnahmen greift interkommunale Fragestellungen auf. Etwa die der bereits angesprochenen Inwertsetzung des Uferbereiches des Mains.

Auf kommunaler Verwaltungsebene wird nach Synergien und Einsparpotenzialen gesucht, die die finanzielle Leistungsfähigkeit der Kommunen steigern sollen. Hierfür werden kommunale Aufgabenfelder untersucht und Maßnahmen zur Effizienzsteigerung formuliert. Zudem können durch die interkommunale Zusammenarbeit gemarkungsübergreifende Probleme gemeinsam bewältigt und ruinöse Konkurrenzen untereinander vermieden werden.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass sich einiges bewegt. Aus Ideen werden Projekte. Sie wurden unter Berücksichtigung aller Gruppen und unter Absprache der Kommunen erarbeitet. Die Bürgerbeteiligungen finden in der Bevölkerung bei jungen wie alten Menschen ein breites Echo. Und das wird auch zukünftig die Richtung sein, wenn gesellschaftliche Fragestellungen von einem Einzelnen nicht mehr gelöst werden können. Das WIR steht im Fordergrund.

Und wir, die Kommunen Rüsselsheim, Raunheim und Kelsterbach, laden Sie herzlich dazu ein, sich zu beteiligen. Anregungen, Ideen aber auch Kritik sind jederzeit herzlich willkommen. Wenn Sie, werte Leserin, werter Leser, sich an diesem Prozess beteiligen, sind weitere übergreifende Lösungen möglich.