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Stadtumbau in Hessen

Das städtebauliche Förderprogramm „Stadtumbau West“ unterstützt derzeit 413 Kommunen im Westen Deutschlands. Es zielt darauf ab, Antworten auf die städtebaulichen und stadtplanerischen Herausforderungen zu finden, die die demographischen Veränderungen und der wirtschaftliche Strukturwandel auch in vielen Regionen der alten Bundesländer mit sich bringen. Der Bevölkerungsrückgang wird sich in den kommenden Jahren auf die Nachfrage nach Wohnungen und Konsumgütern auswirken. Zudem werden die öffentlichen wie privaten Infrastrukturnetze und Einrichtungen eine Unterauslastung erfahren, die mit erheblich höheren Kosten einhergehen. Schon jetzt sollte auf diese Veränderungen reagiert werden, um diesen Trends entsprechend entgegenzuwirken. Mit dem Städtebauförderprogramm „Stadtumbau West“ haben die Kommunen die Chance, sich diesen Aufgaben frühzeitig zu widmen.

Von 2004 bis einschließlich 2013 wurden ca. 646 Millionen Euro vom Bund zur Verfügung gestellt, um Stadtumbaumaßnahmen zu finanzieren. Die Fördermittel setzen sich zu jeweils einem Drittel aus Bundesmitteln, Landesmitteln und Geldern von Kommunen zusammen. So standen allein in diesem Zeitraum mehr als 1,5 Milliarden Euro für die Umsetzung des Programms bereit.

Das Städtebauförderprogramm „Stadtumbau West“ gehört zum Besonderen Städtebaurecht und wurde 2004 im Zuge der Novellierung des Baugesetzbuches (BauGB), ergänzend zu den bis dahin existierenden Werkzeugen der Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen, mit aufgenommen. Städte und Kommunen sollten durch die Förderung eine größere Handlungsfreiheit im Umgang mit dem sozio-demographischen Wandel erhalten.

Stadtumbaumaßnahmen dienen nach § 171 a Abs. 2 BauGB der Herstellung nachhaltiger, städtebaulicher Strukturen für Stadtgebiete, die von erheblichen städtebaulichen Verlusten betroffen sind. Diese Funktionsverluste entstehen, wenn es dauerhaft ein Überangebot an baulichen Anlagen für bestimmte Nutzungen (Industriebrachen, Militärgelände etc.) gibt oder den Anforderungen an den Klimaschutz nicht entsprochen werden können. Die Grundlage für die Realisierung dieser nachhaltigen städtebaulichen Strukturen ist das städtebauliche Entwicklungskonzept.

Nach § 171 a Abs. 3 BauGB tragen Stadtumbaumaßnahmen dazu bei:

  • die Siedlungsstruktur den Erfordernissen der Entwicklung von Bevölkerung und Wirtschaft anzupassen.
  • die Wohn-, Arbeits- und Umweltverhältnisse zu verbessern.
  • innerstädtische Bereiche zu stärken
  • nicht mehr bedarfsgerechte bauliche Anlagen neuen Nutzungen zuzuführen.
  • einer anderen Nutzung nicht zuführbare bauliche Anlagen zurück zu bauen.
  • freigelegte Flächen einer nachhaltigen städtebaulichen Entwicklung oder einer hiermit verträglichen Zwischennutzung zuzuführen.
  • Innerstädtische Altbaubestände zu erhalten.

Das Städtebauförderprogramm beinhaltet folgende Kernpunkte:

  • Grundlage für die Herstellung nachhaltiger städtebaulicher Strukturen ist die Erarbeitung und Fortschreibung von integrierten und städtebaulichen Entwicklungskonzepten.
  • Die vom Strukturwandel betroffenen Stadtgebiete sollen eine Aufwertung oder Stärkung als Wohn- und Wirtschaftsstandort erfahren.
  • Es sollen zukunftsfähige, familiengerechte und generationenübergreifende Wohnformen geschaffen, Leerstand vermieden und Wohngebiete an den aktuellen Bedarf angepasst werden.

Übrigens, ...

... die Sanierung und Ergänzung des historischen Schallehauses in Raunheim wurde auf der Internetseite www.stadtumbau-hessen.de in die Liste der "Guten Beispiele" aufgenommen.

Das Projektprofil können Sie als PDF hier herunterladen.