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Karlsplatz – Spielplatz im Westend von Rüsselsheim

Die Fakten

Projekt:
Neugestaltung Karlsplatz
Zuständigkeit:
Gemeinde Rüsselsheim
Zeitplanung:
Beginn November 2008; Fertigstellung September 2010
Zielgruppe:
Kinder und Familien des Westends
Zielsetzung:
  • Spielplatz für Kleinkinder
  • Treffpunkt und Kommunikationsraum
  • Beteiligung leben
  • Steigerung der Identifikation mit dem Quartier
Beteiligung:
  • Umfragen zur Nutzung, Konflikten, Gestaltungsvorschlägen
  • Vorstellung und Diskussion bei Bürgerveranstaltung
  • Umsetzung mit Beteiligung der Grundschule Innenstadt

Projektbeschreibung

Die Neugestaltung des Karlsplatzes als Spiel- und Aufenthaltsort wurde bereits im Kontext der Erarbeitung des Leitbildes zur Entwicklung des Stadtquartiers „Westend“ berücksichtigt. Festgehalten wurde unter anderem, dass der Bedarf an wohnungsnahen öffentlichen Grün- und Aufenthaltsflächen im Westend durch das Mainvorland, den Alten Friedhof sowie die ungestaltete Grünfläche an der Karlsstraße nur bedingt erfüllt ist. Bemängelt wurde insbesondere, dass das Spielraumangebot im Quartier unterdurchschnittlich ist, dass die vorhandenen Spielplätze mit wenigen Standardspielgeräten ausgestattet sind und unter erheblichen Funktions- und Gestaltungsmängeln leiden.

Deswegen war die Umgestaltung des Karlsplatzes eine Impulsmaßnahme im Rahmen der interkommunalen Kooperation Rüsselsheim, Raunheim und Kelsterbach im Städtebauförderungsprogramm „Stadtumbau in Hessen“. Die Durchführung der Maßnahme Umgestaltung Karlsplatz als Impulsprojekt des Stadtumbaus wurde von der Stadtverordnetenversammlung am 19. Juni 2008 beschlossen und mit dem Beschluss zum Integrierten Handlungskonzept am 25.Juni 2009 erneut bestätigt.

Das Büro „Die Werkstatt“ aus Heidelberg ist im Rahmen der Umsetzung des Projektes als Generalunternehmer (Planung und Ausführung) beauftragt worden. Das Büro „Die Werkstatt“ war in besonderer Weise qualifiziert, das Projekt umzusetzen. Es ist gleichzeitig ein renommierter Fachbetrieb für den kreativen Spielraumbau und ein anerkanntes Jugend- und Berufshilfeprojekt, in dem Planer und Handwerker gemeinsam mit betreuten Jugendlichen, Landzeitarbeitslosen und Schwerbehinderten zusammenarbeiten.

Um die Wünsche der Kinder zu ergründen, wurden mit Gruppen der Kindertagesstätte Vollbrechtstraße und in der Kunst AG der Grundschule Innenstadt Workshops durchgeführt, in denen die Kinder ihre Vorstellungen mitteilten und aufzeichneten.

Für die Eltern der Kita-Kinder stand der Wunsch, einen ansprechenden Platz zu gestalten, der generations- und nationenübergreifend einen Verbindungspunkt im Stadtteil darstellt, im Vordergrund.

In den Workshops mit den Kindern entstanden eine Vielzahl interessanter Ideen, von denen eine Auswahl ausgearbeitet und in das Konzept übernommen wurde.

Die Einbindung der Kinder in den Planungsprozess hat sich auch in der Bauphase fortgesetzt. Dazu haben sich Gruppen der Kita Vollbrechtstraße und der Grundschule Innenstadt aktiv am Bau beteiligt.

In künstlerischen Workshops haben die Kinder zum Beispiel Schnitz- und Bildhauerarbeiten an den Objekten durchgeführt. Ca. 20 Kinder sind dazu unter anderem einen Tag in Heidelberg (Busreise) in den Werkstätten des beauftragten Büros gewesen, um dort unter Anleitung zu arbeiten.

Andere Schüler haben auf dem Schulhof der Grundschule Innenstadt im Freien an den Objekten gearbeitet, die dafür extra auf den Schulhof transportiert wurden.

Die Kinder haben mit großer Begeisterung, viel Elan und viel Geschick gearbeitet. Das Ergebnis ist ein sehr individuell gestalteter neuer Spielplatz.

Durch die Beteiligung der Kinder am Planungs- und Bauprozess steigt in der Regel die Akzeptanz und Wertschätzung der Anlage bei allen Nutzern. Neben den pädagogischen Aspekten trägt auch eine in der Regel erheblich reduzierte Zerstörung durch Vandalismus zur Nachhaltigkeit des Bauprozesses bei.

Der Spielplatz wird sehr gut angenommen.